04 Oct 2018

Kinderwunsch Tage: Mit Leihmutter zum Wunschbaby

Mit Leihmutter zum Wunschbaby

  • Leihmutterschaft dank liberaler Gesetzgebung in Griechenland 
  • Kinderwunsch Tage informieren über Optionen
  • Eine Leihmutter berichtet

Berlin, 04.10.2018. In Deutschland sind die Leihmutterschaft durch das Embryonenschutzgesetz und die Vermittlung von Leihmüttern durch das Adoptionsvermittlungsgesetz verboten. Es gibt jedoch Länder, in denen das Verfahren unter bestimmten Voraussetzungen legal ist. Dazu gehört neben Großbritannien, Portugal, Belgien, den USA, der Ukraine und Georgien auch Griechenland.

Kinderwunscherfüllung in Griechenland
In Griechenland darf das Verfahren durchgeführt werden, wenn medizinische Gründe vorliegen. Dazu zählen erfolglose IVF-Versuche, wiederholte Fehlgeburten, Krebserkrankungen, Gebärmutterentfernung, internistische Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes oder auch der Zustand nach einer Nierentransplantation. „Paare, die zu uns kommen, haben oftmals einen langen Leidensweg hinter sich“, weiß Dr. Ioannis Zervomanolakis, Direktor von Southeastern Fertility Solutions und Reproduktionsmediziner am Institute of Life IVF Center in Athen, der führenden IVFKlinik in Griechenland. „Die Gesetzgebung ist in Griechenland recht liberal, weshalb Paare aus aller Welt zu uns kommen; die meisten jedoch aus der EU.“

Auswahl der Leihmutter
Im ersten Schritt wird ein Treffen zwischen den Wunscheltern und der potenziellen Leihmutter in Griechenland organisiert, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten zueinander passen und sie den Weg gemeinsam gehen wollen. Leihmütter müssen in Griechenland per Gesetz zwischen 25 und 45 Jahre alt sein und mindestens ein Kind zur Welt gebracht haben. Sind sich alle einig, wird ein Antrag gestellt und das Gerichtsverfahren eingeleitet, sodass sowohl die Wunscheltern als auch die Leihmutter gesetzlich abgesichert sind. Erst wenn das Verfahren nach etwa drei bis vier Monaten abgeschlossen ist, wird mit der Behandlung begonnen.

Von der Vorbereitung bis zur Geburt
Die hormonelle Vorbereitung der Wunscheltern kann zu Hause stattfinden. Für die Entnahme der Eizellen und die Samenabgabe muss das Paar jedoch nach Griechenland reisen. Dort werden die entnommenen Eizellen befruchtet und zwei bis fünf Tage später in die Gebärmutter der Leihmutter übertragen. Eine Eizell- bzw. Samenspende sind ebenfalls erlaubt. Die restlichen gewonnenen Embryonen werden eingefroren. Tritt keine Schwangerschaft ein, kann nach ca. zwei Monaten ein neuer Versuch erfolgen, bei dem der Leihmutter zwei der gefrorenen Eizellen transferiert werden. Kommt es zu einer Schwangerschaft, werden die Wunscheltern regelmäßig über den Verlauf der Schwangerschaft informiert. Vertraglich wurde im Vorfeld unter anderem geregelt, ob und wann das Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommen soll, ob die Leihmutter auf bestimmte Lebensmittel oder Medikamente verzichten soll und auch, wie Unterkunftskosten und Entschädigungen gezahlt werden.

Rechtliches Prozedere nach der Geburt
Nach der Geburt gelten die Wunscheltern als gesetzliche Eltern des Kindes und werden als alleinige Eltern in dessen Geburtsurkunde eingetragen. Der Name der Leihmutter taucht nirgends auf. Die Urkunde erhalten die Eltern innerhalb von ein bis drei Tagen, sodass sie den Reisepass für ihr Kind beantragen und nach dessen Ausstellung das Land verlassen können. „Das Thema Leihmutterschaft sollte in Deutschland viel offener angesprochen und endlich nicht mehr tabuisiert werden“, so Dr. Zervomanolakis. „Unsere Erfahrung in Griechenland zeigt, dass die Behandlung erfolgreich abgeschlossen werden kann, wenn die ausführliche Rechtsberatung zum Schutz aller Beteiligten bzw. der Respekt vor der Würde der Leihmutter, des Kindes und der Eltern gewährleistet sind.“

Ausführliche Informationen zur Leihmutterschaft in einem EU-Land erhalten Besucher der Kinderwunsch Tage am 13. und 14. Oktober in Köln. Dort hält Dr. Ioannis Zervomanolakis an beiden Messetagen den Vortrag: „Legale Leihmutterschaft in einem EU-Land: Unsere Erfahrung in Griechenland“.

Ebenfalls spannend: „Real Life Stories: A US Surrogate and Parent Share Their Two Journeys“. In dem Seminar teilt Stacie Ludlow ihre Erfahrungen als Leihmutter. Neben drei eigenen Kindern hat sie Zwillinge für ein heterosexuelles und ein Kind für ein homosexuelles Paar ausgetragen. Stacie gibt Wunscheltern Ratschläge zu den Kernelementen einer erfolgreichen Leihmutterschaft, und wie man ein vertrauensvolles Verhältnis zu seiner Leihmutter aufbaut. Darüber hinaus kommt Craig Reisser zu Wort – er und sein Partner sind dank Leihmutter Väter von zwei Kindern.

Das vollständige Seminarprogramm der Kinderwunsch Tage ist einzusehen unter: https://www.kinderwunsch-tage.de/seminarbereich-koeln-2018

Über Kinderwunsch Tage
Als deutschlandweit erste Publikumsmesse für alternative Familiengründung bieten die Kinderwunsch Tage (http://www.kinderwunsch-tage.de) all denjenigen ein Forum, die sich informieren, austauschen oder beraten lassen möchten. In über 70 Vorträgen und Workshops von führenden Fachberatern, Ärzten, Gesundheitsexperten und Organisationen reichen die Themen u.a. von künstlicher Befruchtung über Samenspende bis hin zu Möglichkeiten der Adoption und Leihmutterschaft. Aber auch Gesundheits- und Sportthemen sowie der individuelle Erfahrungsaustausch von Besuchern finden ihren Platz. Die Kinderwunsch Tage finden am 13. und 14. Oktober 2018 in den Sartory-Sälen in Köln statt. Sie werden vom britischen Veranstalter für Gesundheitsmessen f2f events ausgerichtet. Tickets sind im Online-Vorverkauf sowie vor Ort ab 10 Euro (Einzelbesucher) bzw. 15 Euro (Paarticket) und als Weekend Pass erhältlich.

Pressekontakt
markengold PR
nja Wiebensohn / Christin Sährig
49 (0)30 219 159 60
kinderwunschtage@markengold.de

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